Experte erwartet weniger Wildschweine in Wohngebieten

Zehlendorf. Vor wenigen Wochen haben Wildschweine einen Garten an der Riemeisterstraße in unmittelbarer Nähe des Fischtalparkes verwüstet. Und obwohl dies der einzige bekannte Vorfall Fischtal1 Webdieser Art in letzter Zeit gewesen ist und die Wildschweine aufgrund des zu nassen Sommers genug Nahrung im Wald finden sollten, kann es aber dennoch immer wieder zu solchen Vorfällen kommen, wie Derk Ehlert, Wildtierexperte und Sprecher des Senats für Umwelt, erklärt.
„Das Fischtal und der Park sind in den vergangenen Jahrzehnten immer mal wieder heimgesucht worden“, sagt der Fachmann. Insbesondere die Lage des Tals, weil es tief liegt und damit feuchter als die Umgebung und erst Recht als der Wald ist, sei für Wildschweine sehr attraktiv, so Ehlert.
Der Fischtalpark ist stets gut besucht: Spaziergänger und Jogger, Eltern mit ihren Kindern und Hundehalter sind hier unterwegs. „Ich gehe hier seit Jahren regelmäßig in der Früh oder am Abend joggen“, sagt eine Anwohnerin. „Wildschweine sind mir noch nicht begegnet.“ Das passt aber auch zu Ehlerts Erkenntnissen: „Wenn die Tiere kommen, dann kommen sie bevorzugt nachts aus dem Grunewald und ziehen sich auch wieder dahin zurück.“

Spannendes Forschungsprojekt im Reittherapiezentrum

Wannsee. Einmal am Tag kommen junge Menschen in das Reittherapiezentrum Wannsee, um Pferdeäpfel in einen Eimer zu schaufeln. Nein, keine Sozialstunden! Es handelt sich um StudentenBiogas1 Web der Beuth Hochschule für Technik aus dem Fachbereich Regenerative Energien. Sie arbeiten an einem Forschungsprojekt, um einen kostengünstigen und prozessoptimierten Textil-Reaktor, mit dem aus Pferdemist Biogas produziert wird, weiterzuentwickeln.
Seit Anfang des Jahres steht, oder vielmehr liegt der so genannte Schlauchreaktor in einem Stall des Reittherapiezentrums am Don-Bosco-Steig. Täglich wird der Reaktor mit fünf Kilogramm Pferdeäpfeln – übrigens nur ein geringer Teil, den die rund 20 Pferde des Zentrums am Tag produzieren – „gefüttert“ wie es die Initiatorin und Leiterin des Projektes Prof. Dr. Janet Nagel liebevoll umschreibt. Der Reaktor hat ein maximales Volumen von 0,25 Kubikmetern. Da er den Aufbau einer Zahnpastatube hat, kann man die Maße zwar nicht genau bestimmen – aber er ist ca. zwei Meter lang und hat einen maximalen Durchmesser von 0,8 Meter. Der Reaktor, der im Übrigen komplett aus Kunststoff hergestellt wird, ist in Hanfmatten eingepackt, um ihn schön warm zu halten und die Prozesse der Fermentation, also der mikrobiellen Umwandlung organischer Stoffe in Gas, zu fördern.

Erste Vorschläge zur Historischen Mitte vorgestellt

Zehlendorf. Zehlendorfs historische Mitte soll neu gestaltet werden. Aus diesem Anlass informierte das Bezirksamt erstmals öffentlich über erste Vorschläge. Einige Ideen wurden erwartungsgemäß Kulturkiosk1 Webrecht kontrovers diskutiert. Doch letztlich herrschte Einigkeit darüber, dass dies immerhin ein Anfang für einen öffentlichen Diskurs gewesen sei.
Vor rund 70 Anwesenden hatte Bürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) die Vorschläge einer Arbeitsgruppe, die das Bezirksamt gebildet hatte, für die Umgestaltung der historischen Mitte am Teltower Damm von der Dorfkirche bis zum S-Bahnhof Zehlendorf, am 26. September erstmals öffentlich präsentiert: Heftig diskutiert wurde um den Dorfanger, für viele Anwohner einst eine „grüne Oase“. Heute lädt das historische Zentrum mit einer Wiese, Hecken und einer Hand voll Bäumen nicht zum Verweilen ein. Die Vorschläge des Grünflächenamtes hierzu blieben wage: Die Hecken vor dem Standesamt sollen durch niedrig wachsende Pflanzen ersetzt werden, um mehr Einsehbarkeit und weniger Müll zu gewährleisten. Kleinere Baumgruppen sollen nachgepflanzt werden. Aus dem Publikum kam indes die Idee, die ohnehin stets durch Auswärtige zugeparkte Straße vor dem Standesamt zu schließen, um mehr Platz für „eine lebendige Mitte“ zu gewinnen. Mehrere Anwohner sprachen von einem „Bürgerforum unter freiem Himmel“ mit Sitzplätzen, einem Café und weiteren Möglichkeiten des Zusammenfindens.

Hans Welge erhält das Bundesverdienstkreuz

Tegel. Hans Welge vom VfL Tegel ist mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Doch der 75-Jährige sieht dies nicht als Welge1 Webpersönliche Auszeichnung, sondern vielmehr als Anerkennung aller ehrenamtlich Tätigen im VfL Tegel sowie für alle, die insbesondere den Ringersport unterstützen. Allein dafür müsste man ihn gleich noch einmal auszeichnen!
Der in Oberschlesien geborene Welge war mit seinen Eltern ins westfälische Detmold geflohen, wo er im Alter von zehn Jahren beim damaligen KSV mit dem Ringen begann. „Zwei Jungs aus meiner Straße hatten die Deutsche Meisterschaft im Ringen besucht und begeistert darüber berichtet. Von diesem Tag an haben wir ständig auf der Straße miteinander gerungen, bis wir dann irgendwann in den Verein eingetreten sind.“
Welge fuhr zur See, kam später nach Berlin, heiratete hier 1965, studierte Betriebswirtschaft und trat 1984 dem VfL Tegel bei, für den er zuvor schon acht Jahre lang ehrenamtlich aktiv gewesen war. Von 1984 bis 1994 war er 1. Vorsitzender der Ringer und Gewichtheber im VfL, seit 1995 Pressewart und Schriftführer der Ringerabteilung. Parallel war der passionierte Marathonläufer und Triathlet von 1992 bis 2006 Vizepräsident und Schatzmeister des Berliner Ringer-Verbandes. Seit 2006 ist der zweifache Familienvater und fünffache Großpapa Präsidiumsmitglied im VfL Tegel und dort für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Weit über 10.000 Wahlplakate hängen im Bezirk

Reinickendorf. Der Wahlkampf hat nun also auch das Straßenbild erfasst: Allein im Bezirk Reinickendorf wurden in diesem Monat weit über 10.000 Plakate aufgehängt und aufgestellt – kaum ein Plakate1 WebLaternenmast wurde verschont. Doch tragen diese Plakate tatsächlich zur Entscheidungsfindung bei?
„Nein, überhaupt nicht“, lautete die einhellige Antwort bei einer eineinhalbstündigen Befragung von insgesamt 57 Bürgerinnen und Bürgern an der Tegeler Gorkistraße, ob sie die Plakate bei der Wahlentscheidung in irgendeiner Weise beeinflussen würden. Na klar, nicht repräsentativ – aber zumindest interessant. Das haben aber auch längst die Parteien erkannt: Die Plakate sollen an die Bundestagswahl erinnern und nicht primär eine Wahlentscheidung herbeiführen, lautet die weit verbreitete Meinung. Auch drei der Reinickendorfer Kandidaten für den Bundestag – Frank Steffel (CDU), Thorsten Karge (SPD) und Hakan Taş (DIE LINKE) – sind sich in diesem Punkt einig. Der inhaltliche Diskurs fände vielmehr bei Veranstaltungen, an den Ständen und in sozialen Netzwerken statt, berichtet Taş. „Der wesentliche Teil unserer Kampagne bezieht sich auf die direkte, inhaltliche Ansprache der Bürger“, weiß auch Steffel. Es gibt im Bezirk insgesamt 3.500 Plakate, die mit dem Konterfei von Frank Steffel werben. Rund 1.200 Mal schaut man in das Antlitz von Thorsten Karge, 200 Mal in das Gesicht von Hakan Taş.