Haus an der Fasanenstraße 62 unter Denkmalschutz gestellt

Wilmersdorf. Dem Mietshaus an der Fasanenstraße 62 droht kein Abriss mehr. Das achtgeschossige Gebäude wurde wie von den Mietern gefordert und Fasanen1 Webder Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf empfohlen nun doch unter Denkmalschutz gestellt.
Das Landesdenkmalamt hat die Schutzwürdigkeit des Gebäudes, das in den Jahren von 1980 bis 1984 vom Architekten Gottfried Böhm gebaut worden war, bestätigt. Böhm gilt als einer der berühmtesten deutschen Architekten und ist Träger des weltweit renommierten amerikanischen Pritzker-Architekturpreises, den er 1986 verliehen bekam.
Damit ist der vom Eigentümer geplante Abriss des Hauses erst einmal vom Tisch. „Wir freuen uns über diese Entscheidung des Landesdenkmalamtes“, erklärt Bezirksstadtrat Marc Schulte (SPD), gibt aber zu Bedenken: „Es muss jetzt mit rechtlichen Schritten gerechnet werden. Die hat der Eigentümer bereits angekündigt.“

Jugend- und Kulturzentrum Spirale initiiert künstlerisches Projekt

Wilmersdorf. Am 15. Oktober 2015 hätte Benno Ohnesorg seinen 75. Geburtstag gefeiert. Ihm zu Ehren hat das Jugend- und Kulturzentrum Spirale, Ohnesorg1 WebWestfälische Straße 16a, das Projekt „15-10-15 / Wer war Benno Ohnesorg?“ initiiert, in dem sich Jugendliche und junge Erwachsene in verschiedenen Workshops auf künstlerische Weise dem Leben Ohnesorgs nähern. Die Teilnahme am Projekt ist kostenlos.
Benno Ohnesorg war am 2. Juni 1967 während einer Demonstration gegen den Schah von Persien nahe der Deutschen Oper erschossen worden. Zum Zeitpunkt seines Todes hatte der damals 26-Jährige mit seiner schwangeren Frau Christa in der Prinzregentenstraße 9 in Wilmersdorf gelebt. Die Idee zu diesem Projekt ist dabei eher zufällig entstanden: Bei einer Recherche über die Geschichte des Jugend- und Kulturzentrums Spirale war dessen Leiter Tom Zielen auf Bemerkenswertes gestoßen: Am Abend vor dem tödlichen Schuss hatte Ohnesorg den Club Ca ira besucht, der sich damals am heutigen Standort der Spirale befand. Dort erfuhr Ohnesorg, der sich sehr für Kunst und Kultur interessierte, selbst malte und Gedichte schrieb, von dem harten Vorgehen der Polizei und entschied sich, an den Protesten am nächsten Tag teilnehmen zu wollen. Es sollte seine erste und letzte Demonstration sein.

Gabriele Wittich lässt seit 25 Jahren Berliner Kinderherzen höher schlagen

Charlottenburg. Seit nun mehr 25 Jahren betreibt Gabriele Wittich ihr KinderTheaterMobil in Berlin, lässt an bis zu sechs Tagen in der Woche in ihrem Theater1 Webkleinen Theater in der Knobelsdorffstraße 23 Kinderherzen höher schlagen oder gastiert auf anderen Bühnen überall in der Hauptstadt.
Ihre rund 20 selbst inszenierten Stücke, Puppen- und Objekttheater, bekannte Märchen wie Der gestiefelte Kater oder Frau Holle und selbst erfundene Geschichten richten sich an Kinder ab drei Jahre und älter. Stets nimmt Gabriele Wittich dabei – in unterschiedlichen Verkleidungen – eine Rolle ein, spielt mit Handpuppen und Stofftieren, agiert mit verschiedensten Gegenständen. „Ich habe schließlich nur zwei Hände“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Ganz besonders aus dem Häuschen sind die Kinder neuerdings, wenn zum Ende von Der gestiefelte Kater Gabriele Wittichs zwölf Wochen alter Kater Willi plötzlich über die Bühne stolziert.
In das kleine Theater passen bis zu 30 Besucher, kleine und große. „Auch für die Erwachsenen gibt es in meinen Stücken etwas zu entdecken und immer etwas zum Lachen“, verrät Gabriele Wittich. „Wenn die Väter mit ihren tiefen Stimmen herzlich lachen, gibt das den Kindern ein großes Gefühl von Sicherheit. Und das empfinde ich als ganz besonders schön.“

Die Siedlungen Eichkamp und Heerstraße wollen eigene Energie

Charlottenburg. Mit einer Auftaktveranstaltung im Haus Eichkampf fiel am 8. September für die rund 3000 Bewohner der Siedlungen Eichkamp und Eichkamp2 WebHeerstraße der Startschuss für energieautarke Wohnquartiere.
Die Bewohner haben sich dazu entschlossen, den Klimaschutz in die eigenen Hände zu nehmen, und prüfen zu lassen, ob und in welcher Form sie sich künftig nicht mehr mit steigenden Energiepreisen, CO2-Emissionen und Abhängigkeiten von großen Energiekonzernen herum ärgern müssen. Die Senkung des eigenen Energiebedarfes und die vollständige Eigenversorgung der Siedlungen sind das Ziel. Die Initiatoren hoffen, möglichst viele Bewohner der beiden Siedlungen zum Mitmachen bewegen zu können.
Seit 2012 beschäftigen sich engagierte Anwohner mit der Frage, wie eine eigene, nachhaltige Energieversorgung technisch und ökonomisch in beiden Siedlungen umgesetzt werden kann. Im Juli hatte das Potsdamer Geoforschungszentrum 75.000 Euro Fördermittel für dieses Projekt bewilligt.

Antisemitische Beleidigungen waren kein Einzelfall

Charlottenburg. Am Sonntag, 30. August war es am Rande des Fußballspiels TuS Makkabi III gegen den BFC Meteor III nach antisemitischen Offenberg2 WebÄußerungen eines Weddinger Spielers zu weiteren verbalen Attacken, einem Spielabbruch und einer Massenschlägerei gekommen, an der 21 Personen beteiligt gewesen waren. Sport-Journalist Michael Nittel sprach mit Claudio Offenberg, sportlicher Leiter beim TuS, am Tag des jüdischen Neujahrsfestes über die Ausschreitungen und Antisemitismus im Fußball.

Waren diese Entgleisungen vom 30. August mit den anschließenden Ausschreitungen ein Einzelfall? Oder passiert beim TuS häufiger etwas in dieser Form, über das im Anschluss nur nicht gesprochen wird?

Claudio Offenberg: Größere Zwischenfälle wie diesen haben wir alle zwei bis drei Jahre. Kleinere Scharmützel, dass man sich einen dummen Spruch gefallen lassen muss, kommen definitiv viel häufiger vor.

Sprechen wir dann schon über antisemitische Äußerungen?

Claudio Offenberg: Ja!

Können Sie das konkretisieren?

Claudio Offenberg: Des Öfteren bekommen unsere Spieler muslimischen Glaubens von den Gegenspielern zu hören: Warum spielst Du eigentlich für die Juden? Oder wenn Leute zu uns kommen und für ein Landesliga-Fußballspiel Eintritt bezahlen sollen, dann müssen wir uns anhören: Für die Juden geben wir aber kein Geld aus. Das sind Dinge, die zwar nicht alltäglich sind – aber auch nicht so selten.