Obst- und Gemüsestand soll nach über 50 Jahren verschwinden

Obst3 WebLankwitz. Nach über 50 Jahren soll der Obst- und Gemüsestand in der Friedrich-Wilhelm Straße / Ecke Sibyllenstraße verschwinden. Das Ordnungsamt teilte den Betreibern mit, dass eine erneute Ausnahmegenehmigung nicht mehr erteilt wird.
Simone Meyer und Michael Teuber, die den Stand seit knapp fünf Jahren betreiben, sind fassungslos. In nur wenigen Tagen haben sie rund 300 Unterschriften für den Erhalt ihres Standes gesammelt. An sechs Tagen in der Woche stehen in Lankwitz. Michael Teubers Arbeitstag beginnt kurz nach Mitternacht, wenn er sich aus dem Bett quält, um auf dem Großmarkt frisches Obst und Gemüse einzukaufen. Mit seiner Lebensgefährtin betreibt er an drei Markttagen in der Woche zwar noch einen Stand in Kleinmachnow – doch ohne den Stand in Lankwitz reicht das Geld zum Leben nicht. „Selbst für zwei Tage auf dem Lankwitzer Wochenmarkt zu stehen, würde nicht genügen, um über die Runden zu kommen“, sagt Teuber. Das notwendige Geld, um ein Geschäft zu eröffnen, haben die beiden ohnehin nicht. „Nicht annähernd“, verdeutlicht Teuber.

SG Steglitz kehrt nach acht Jahren in die Schwimmhalle Finckensteinallee zurück

Steglitz. Wie in einem Taubenschlag drängeln sich Kinder mit ihren Müttern oder Vätern durch den Eingang der Schwimmhalle Ari1 WebFinckensteinallee, während die gleiche Menge nach draußen zu drängen versucht.
Ein Training ist bei der Schwimmgemeinschaft (SG) Steglitz soeben zu Ende gegangen – das nächste beginnt. Und ein wenig abseits steht der erste Vorsitzende Günter Scharioth, betrachtet die Szenerie und seufzt: „Endlich. Endlich nicht mehr heimatlos.“ Bis 2006 war die Schwimmhalle Finckensteinallee die Heim- und Trainingshalle der SG, die 2004 aus dem Zusammenschluss vom Schwimmverein Steglitz, vom Schwimmclub Lichterfelde und der Schwimm-Abteilung vom Steglitzer Sport Club Südwest hervorgegangen war. Mit Beginn der Sommerferien 2006 wurde die Halle aufgrund erheblicher Baumängel aus Sicherheitsgründen geschlossen. Nachdem lange Zeit unsicher war, ob sie überhaupt jemals wieder geöffnet werden würde, begann 2010 eine aufwendige Sanierung, die – laut Berliner Bäderbetriebe – rund zwölf Millionen Euro gekostet hat.

Paulsen-Gymnasium ist strahlender Sieger im Lenné-Schulgartenwettbewerb

Schulgarten3 WebSteglitz. Der Schulgarten des Paulsen-Gymnasiums in der Gritznerstraße 57 ist „Lenné Schulgarten 2014“. Gegen neun weiterführende Schulen hatten sich die Steglitzer im diesjährigen Wettbewerb durchgesetzt und sind mit der Peter-Joseph-Lenné-Medaille – der höchsten Auszeichnung der gleichnamigen Akademie für Gartenbau und Gartenkultur – prämiert worden.
„Wir freuen uns riesig über diese Auszeichnung, weil sie natürlich auch eine Anerkennung der Arbeit ist, die die Schülerinnen und Schüler hier leisten“, sagt die Schulleiterin Ulrike van Rinsum. „Und jeder, der auch nur einen kleinen Garten hat, weiß: das macht viel Arbeit.“ Peter-Joseph-Lenné war ein Landschaftsarchitekt, der ein halbes Jahrhundert lang die Gartenkunst in Preußen prägte und sich auf eine sozial verträgliche Stadtplanung in Berlin konzentrierte, in dem er Grünanlagen für die Naherholung der Bevölkerung schuf.

Jugendjury Steglitz-Zehlendorf fördert elf Projekte

Steglitz-Zehlendorf. 22 Kinder und Jugendliche von insgesamt elf Projekten aus dem ganzen Bezirk haben ihre Projektideen untereinander vorgestellt und in sehr anregenden Diskussionen die vom JugendDemokratiefonds Berlin und vom Jugendamt des Bezirks bereitgestellten 3250 Euro zur Umsetzung dieser Projekte selbstständig untereinander aufgeteilt.
Die jungen Menschen im Alter von zwölf bis 17 Jahren hatten sich im Rahmen der Jugendjury im Kinder- und Jugendbüro Steglitz-Zehlendorf in der Machnower Straße 4 am 16. September getroffen, um für die unterschiedlichsten Vorhaben einzutreten und das dafür benötigte Geld für sich zu proklamieren. Die einzelnen spannenden Projetideen waren dabei so unterschiedlich wie vielfältig: Ob ein Boxsack für Rollstuhlfahrer, ein Filmprojekt, das sich damit auseinandersetzen möchte wie Mädchen und wie Jungen ticken, der Ausbau eines „grünen Klassenzimmers“, die Verschönerung eines Bauwagens oder für ein Farblabor – die Schüler diskutierten miteinander, recherchierten Preise, wogen ab, fragten nach, tauschten Tipps aus, diskutierten über mögliche Einsparungen und einigten sich nach rund drei Stunden wie das Geld aufgeteilt werden soll. Für die Kinder und Jugendlichen war dabei auch und ganz besonders wichtig, dass von den einzelnen Projekten möglichst viele junge Menschen profitieren, dass die Projekte nachhaltig sind und – natürlich – Spaß machen müssen.

Von der Lust am Gärtnern – mitten auf der Königsberger Straße

Lichterfelde. Sollten Autofahrer in den nächsten Tagen oder auch Wochen einen jungen Mann – mit einer Gießkanne in der Hand – Insel3 Webauf einer Verkehrsinsel auf der Königsberger Straße in Höhe der Herwarthstraße antreffen, dann hat das alles seine Richtigkeit. Der junge Mann kümmert sich nur um seine Blumen!
Im Rahmen der Aktion „Mach mit! Für ein schönes Berlin!“ hatte der gebürtige Lichterfelder Pètrus Akkordéon mit einer Hand voll Mitstreitern auf der 7,8 Quadratmeter kleinen Mittelinsel 400 Blumenzwiebeln gesetzt. Daraus soll – so Akkordéon – im nächsten Frühjahr ein großes Blumenmeer entstehen. Der 42-jährige Aktionskünstler und gelernte Gärtner ist auf dieser Verkehrsinsel seit mittlerweile knapp drei Jahren aktiv – und das alles mit der Legitimation der zuständigen Ämter. „Das war damals gar nicht so kompliziert“, erinnert sich Akkordéon. „Ganz im Gegenteil: Die wollten bei mir sogar die gesamte Eduard-Spranger-Promenade in Pflege geben.“ Doch das lehnte der Künstler dankend ab.