Zwölf weitere Stolpersteine in der Stierstraße verlegt

Friedenau. Am vergangenen Freitag sind in der Stierstraße zwölf weitere Stolpersteine verlegt und der Öffentlichkeit übergeben Stolpersteine Webworden. Sie erinnern an Menschen, die dort lebten, während der Nazi-Herrschaft deportiert und ermordet wurden.
Die Steine, die vor dem jeweiligen Haus verlegt sind, in dem die Ermordeten vor ihrer Deportation wohnten, wurden vom Künstler Gunter Demnig entworfen. Sie umfassen Name, Geburtstag oder –jahr, den Zeitpunkt der Deportation sowie – soweit bekannt – den Todestag und den Ort, an dem diese Menschen ermordet worden sind. Damit hat die Initiativgruppe Stolpersteine Stierstraße seit ihrer ersten Zusammenkunft im Jahr 2005 nun insgesamt 54 Stolpersteine in der Stierstraße verlegen lassen, nachdem die elf Mitglieder der Gruppe die Lebensläufe in mühsamer Kleinarbeit recherchiert hatten. Insgesamt sind im Bezirk Tempelhof-Schöneberg 400 Stolpersteine verlegt.
Zum feierlichen Festakt hatten sich insgesamt weit über 100 Menschen vor der Philippuskirche versammelt – unter ihnen auch zwei Familien der Getöteten, die eigens aus Israel angereist waren, um ihrer Vorfahren zu gedenken.
„Das hier wäre ohne das unermüdliche Engagement der Initiativgruppe nicht möglich“, lobte die Stadträtin für Gesundheit und Soziales, Dr. Sibyll Klotz (Bündnis 90 / Die Grünen) den Einsatz der Gruppe. Dabei betonte sie, dass die Stolpersteine für sie eine besondere Form der Erinnerung seien, die neben Monumenten wie dem Holocaust-Mahnmal und der Topographie des Terrors ihren Platz, ihre Berechtigung und ihre Bedeutung hätten. „Hier bekommen die Ermordeten ihr Gesicht, einen Teil ihrer Geschichte, ihre Individualität und damit auch einen Teil ihrer Würde zurück.“ Darüber hinaus begrüßte sie, dass die Initiative für diese Orte des Erinnerns von – wie sie es nannte – unten käme, also von Bürgern, die nicht nur unendlich viel Zeit für die Recherche opferten, sondern ihre Initiative auch selbst finanzierten.

Fotografie, Video und Installation im Haus am Kleistpark

Schöneberg. Mit einem kleinen Festakt und rund 100 Besuchern ist am vergangenen Donnerstag die Ausstellung !Perla_Miseria! im Haus am Kleistpark eröffnet worden. Die ausgestellten Fotografien, Videos und Installationen der beiden Künstlerinnen Tina Bara und Alba D´Urbano wurden mit einführenden Worten des Kunstkritikers Thomas Wulfen dem Publikum übergeben.
Perla Miseria WebDie 1955 in der Nähe von Rom geborene Alba D´Urbano und die 1962 in Kleinmachnow geborene Tina Bara arbeiten seit dem Jahr 2000 gemeinsam an künstlerischen Projekten. Ihre Arbeiten, die in der Ausstellung zu sehen sind, beleuchten unterschiedliche Themenfelder, die im weitesten Sinn aber alle mit dem menschlichen Körper zu tun haben: Sport, Werbung und Alter spielen ebenso eine Rolle wie Schönheit, Kontrolle und Überwachung. Letzteres zieht sich ohnehin durch das Leben und Arbeiten von Tina Bara, die in der DDR groß geworden ist und in der oppositionellen Friedensbewegung aktiv war. Persönlich erlebte Geschichte, Biographien und ihre Brüche, aber auch ein gehöriges Maß an Ironie gehören zum Schaffen der beiden Künstlerinnen. So ist auch der Titel der Ausstellung das Resultat eines Wortspiels: „Per la miseria!“ ist im italienischen ein geläufiges Schimpfwort und bedeutet in etwas soviel wie „So ein Mist!“.

Stelen zum Gedenken der Mauertoten fallen Vandalismus zum Opfer

Reinickendorf Ost. Die Zerstörung der Stelen, die unter den S-Bahnbrücken an der Klemkestraße an Horst Frank und alle anderen Gedenken WebMauertoten erinnern, hat vielerorts für Entsetzen und Empörung gesorgt.
Nachdem die am 12. August errichteten Gedenktafeln bereits wenige Tage später mit Graffiti beschmiert und im September beschädigt worden waren, sind sie am vergangenen Mittwoch wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt worden.
Horst Frank war an diesem Ort am 29. April 1962 bei einem Fluchtversuch angeschossen worden und später seinen Verletzungen erlegen. Ihm zu Ehren hatten die CDU-Bezirksverordneten Horst Faber und Uwe Grosse sowie der CDU-Abgeordnete Christoph Hönig an den „Sieben Brücken“ im Jahr 1976 ein Holzkreuz errichtet. Bereits im März 2008 war an diesem Kreuz von Unbekannten die Gedenkplakette entfernt worden, bevor Vandalen im Mai desselben Jahres es komplett zerstört hatten. Auch das im August 2008 neu aufgestellte Gedenkkreuz war in den letzten Jahren immer wieder mit Graffiti beschmiert worden.
„Wir sind über diese Zerstörungswut empört und betroffen“, sagt die Vorsitzende der CDU Am Schäfersee Claudia Skrobek, die seit vielen Jahren die Gedenkveranstaltung zum Tag des Mauerbaus an der Klemkestraße organisiert.
„Vermutlich wäre es aber gar nicht zur Zerstörung der Stelen gekommen, wenn die Graffiti frühzeitig entfernt worden wären. Auch die Wiederherstellung hat zu lange gedauert“, kann sich Dirk Stettner von der CDU in Pankow, der ab dem 27. Oktober für seine Partei im Abgeordnetenhaus sitzen wird, einen Seitenhieb auf den für den Denkmalschutz zuständigen Senat nicht verkneifen.

Erster Fairkauf im Märkischen Viertel eröffnet

fairkaufladen webMärkisches Viertel. Nun haben auch die Bewohner des Märkischen Viertels ihren ersten Fairkaufladen. Ab sofort können alle Interessierten dienstags und donnerstags von 10 bis 13 sowie mittwochs von 14 bis 17 Uhr am Wilhelmsruher Damm 161 stöbern, günstige, gut erhaltene Second Hand-Ware kaufen oder sich für eines der im Sortiment vorhandenen Fairtrade-Produkte entscheiden.

„Dieser Laden ist für alle Menschen da – unabhängig ihres sozialen oder kulturellen Hintergrunds“, erklärt Aniela Bergemann, Leiterin des Fairkaufsladens, einen, wenn nicht sogar den wesentlichsten Punkt dieses Projektes, das das Evangelische Familienzentrum (face) der Apostel-Petrus und Apostel-Johannes-Gemeinde initiiert hatte. „Dieser Laden soll natürlich die Menschen aus dem Viertel in die Lage versetzen, günstig Kleidung zu erstehen. Er soll künftig aber auch eine Begegnungsstätte sein – wenn Sie so wollen: für arm und reich.“

Neue Solaranlage im Centre Talma eingeweiht

Reinickendorf. Das Jugendzentrum Centre Talma wird künftig seinen kompletten Strombedarf durch alternative Energien abdecken können.

solardach centretalma webIn der vergangenen Woche (Die, 20. September) war eine neue Solaranlage auf dem Dach des Hauses in der Hermsdorfer Straße 18 eingeweiht worden. Diese Photovoltaikanlage hatte der Solarmodulhersteller SHARP Energy Solution Europe der Berliner Tafel, die im Centre Talma das Restaurant Talmarant betreibt, gestiftet. Nutznießer der Sonnenenergie wird künftig aber auch das Mädchensportzentrum & Eventcenter sein, das im Centre Talma beheimatet ist.

Zur Einweihung hatte man aber nicht nur Gäste aus Politik und Wirtschaft geladen – zu diesem Anlass waren die Solarbotschafter und ehemaligen Weltklasse-Skifahrer Rosi Mittermaier und Christian Neureuther eigens aus Garmisch-Partenkirchen angereist, um das letzte Modul der Anlage zu installieren und mit den Kindern des Jugendzentrums gemeinsam ein Essen zu kochen.

„Wir freuen uns natürlich riesig über diese Anlage“, erklärt Sabine Werth, Vorsitzende der Berliner Tafel, kurz nachdem alle Beteiligten das Dach des Centre Talma wieder wohlbehalten verlassen hatten. „In diesem Jahr wird die Berliner Tafel 18 Jahre alt – und das ist natürlich ein tolles Geburtstagsgeschenk.“